Der Tribun

Der Tribun

Mauricio Kagel

PRESSESPIEGEL

Mauricio Kagel ist eine Perle zeitgenössischer zeitkritischer Kunst: alles andere als rund, glatt und weichpoliert. Kagel wagte hier, was wenige seiner Komponisten-Kollegen sich je trauten: den Politikern schonungslos aufs Maul zu schauen. ( …) Und Hagen ist ein umsichtiger Text-Exeget, der noch hinter der unsinnigsten Floskel Sinn entdeckt und jenen Funken Wahrheit freilegt, der unter der Oberfläche der Kagelschen Suada stests gefährlich lauert. (…) Für die schönsten Spannungen jedoch sorgen die Musiker (Ulrike Ziegler, Christian Böttcher, Julia Erbe, Michal Koch, Andreas Schumacher, Gottfried Kögel , Christian und Silvan Dähn). (…) Da wird akzentgeschärft und widerborstig, mit schneidenden Zugriff und bohrender, insistierender Energie zupackend zu Werke gegangen, dass es eine wahre Wonne ist. (…).Inszenatorische Glücksgriffe allenthalben also (…) Reutlingen dürfte sich glücklich schätzen, wenn das Unternehmen “Kammeroper” sich als feste Größe im städtischen Kulturleben etablieren kann.
Reutlinger Nachrichten

Überhaupt die Musik: Man muss sie gehört haben, diese Märsche, die allenfalls vordergründig welche sind. Staatstragend sollen sie sein, geht es nach dem Tribun (Thomas Hagen), jenem – neben den Musikern – einzigen Akteur im Stück (…) “Zehn Märssche um den Sieg zu verfehlen” hat Kagel die in Reutlingen wunderbar auf den Punkt musizierten Klangminiaturen genannt. Der musikalische Leiter Franz Killer und seine “Miltärkapelle “ leisten Fantastisches. (…) Werner Brenners Ausstattung und Winni Victors Regie wirken angenehm zeitlos. Bleistift und Morgenmantel (kein Teleprompter, keiune Bomberjacke) stellen die wichtigsten Utensilien dar. Mehr braucht es nicht für das gelungene Wort- und Klangspiel.
Reutlinger Generalanzeiger

Gelungener noch als die sprachlich-litrarische Demontageist die von Kagel bis zur Kenntlichkeit entstellte, unverkennbar deutsch-preußische Militärmusik. (…) Ein Ensemble von sechs Bläsern und zwei Schlagzeugern schufen immer wieder willkommene musikalische Zäsuren. Sprecher Thomas Hagen lief zu großer Form auf, produziertzte falsche Brusttöne ebenso wie das unverstellte Belfern der Macht (…) Anhaltenden Beifall klatschte das Publikum.
Schwäbisches Tagblatt

Premiere: September 2007, Theater "Die Tonne", Reutlingen
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